bla laber sülz


Ich streiche gerade die Wohnung einer Freundin (Bild zeigt nicht exakt das Haus). Ich habe selbst mit ihr jahrelang darin gewohnt,  es ist ihre eigene Wohnung und wir haben sie zusammen entworfen. Na ja, den Plan gründlich geändert, den der Architekt gemacht hat.  Ein paar nette Ideen in dem Ding sind von mir. Und für ein paar Jahre mietfrei darin wohnen zu dürfen und ein Teil der Wohnung immer noch als Sommeresidenz, wenn auch in einem mit ihrem Sachen vollgestellten Zimmer, nutzen zu können, kann ich das Ding jetzt auch ethisch und moralisch einwandfrei renovieren.

Die Frau ist in Namibia, wie schon ein paar mal gesagt. Das macht die Kommunikation nicht leichter. Und nu iss sie zwei komplette Wochen gar nicht zu erreichen. Dafür nimmt mein Stress gerade gewaltig zu.

Das Haus ist Ende der ´90er gebaut worden. Die Baufirma gibt es nicht mehr, der Inhaber ist nach massiven Schulden auf die Malediven oder so verschwunden – zumindest was man so hört. Ein paar Wohnungen in diesem und in benachbarten Häusern wurden in den letzten Jahren sogar zwangsversteigert, was den Wert des ganzen Viertels senkt. Inzwischen stellt sich mehr und mehr auch der Pfusch am Bau raus. Zuständig ist jetzt die Eigentümergemeinschaft. Das ist zwar als Vertreter der Eigentümerin der Wohnung Nummer 9 in gewisser Weise auch mein Problem. Aber akut kotzt ich grad wegen was ganz anderem.

Ich krieg die Wände nicht gestrichen. Nicht dass ich schon Hunderte von Wänden gestrichen habe.  Aber diese hier will nicht. Es ist der erste Anstrich nachdem das beim Bau des Hauses hochprofessionell gemacht wurde. Ein Maler sagte mir inzwischen, die haben damals spezielle Farbe zusammengemischt um Eigenschaften zu erreichen, die es bei Baumarktfarben nicht gab. Nikotinabweisend, schmutzabweisend, wasserabweisend. Bla. Gibt es alles im Baumarkt, zumindest einzeln. Sollte damals sehr edel aussehen … nach Angaben des inzwischen in Rente befindlichen Malers … vor allen auf der Rechnung. Jau und hat ja auch lange an der Wand gehalten. So wirklich dreckig ist sie auch nach 12 Jahren nicht.

Nur, ich krieg sie nicht gestrichen. Sie bestraft jeden ungleichmäßigen Druck mit der Rolle, jede ungleichmäßige Farbverteilung sofort mit Sichtbarkeit. Wenn Frust mit „o“ geschrieben würde, könnte ich grad ein Kühlhaus betreiben.

Neulich hab ich mit 15 Litern Farbe von Obi locker vier Räume in zwei Wohnungen gestrichen. Drei Meter hoch (Berliner Altbau) und voller Wände. So und hier hab ich in ein etwa zwei Meter hohes Zimmerchen mit schräger Wand und viel Fensterfläche und so weiter schon fast drei Anstriche drauf und so langsam hört es auf zu wölken. Den Flur hab ich dreimal überstrichen, das Bad viermal.

Der Maler meinte, der kostengünstigste Plan damit fertig zu werden, ist zwei-, dreimal mit weißer Billigfarbe drüber. Danach kann man sie dann gelben, bläuen … Teurere Farbe mit deckenderen, also bindenderen Eigenschaften würden die Atmung der immer noch in Bewegung befindlichen Wände blockieren. Das Prob hab ich im Bad. Dort haben sie eine nach beiden Seiten völlig isolierende Farbe an die Decke geklatscht. Dafür quillt jetzt der Schimmel drunter vor. Ziemlich genau 200.000 DM hat die Wohnung gekostet. In der tiefsten brandenburgischen Provinz.

Ich trau mich inzwischen schon gar nicht mehr daran zu denken, was das kosten wird, wenn ich mit dem Weißen fertig bin und die Farbe drauf kommt. Für die Zimmerchen würde ich normal höchstens fünf Liter pro Raum mischen lassen. Aber hier? Keine Ahnung.

Hat jemand noch irgendwelche schlauen Hinweise, Ideen … irgendwas? Ich hab schon daran gedacht, mir eine Sprühgerät zu leihen. Hab ich aber keine Erfahrung mit. Kriegt man das so ohne weiteres hin?

Watt bin ick jenervt.

Ja ich weiß, es ist eigentlich albern, sich dreimal mit einer neuen Minipartei in Deutschland zu beschäftigen, die man eigentlich gar nicht wirklich mag. Zu erklären ist das nur damit, dass ich selbt mal Politiker einer Minipartei war, die duchaus für die damaligen Verhältnisse erfolgreich zu nennen war. Na ja erfolgreicher jedenfalls, als es die deutschen Piraten bisher waren.

Und erfolgreicher als es die Freie Union bisher war, die ich hier schon zweimal durch den Kaffee gezogen hab. Ja ja und nu scheinen alle schönen Planspiele in den Einträgen BürgerInnenkrieg in Deutschland? und Pauli völlig veraltet. Sankta Pauli scheint ein Problem zu haben (wie das wussten Sie noch nicht?) Nein, ich meine, sie scheint ein Problem zu haben mit ihrer Partei.

Das hat mit so kleinen Kullerdingern zu tun, wie ein norddeutsches Wurschtblatt heute berichtet. Man kann sie sogar essen, also die Kullerdinger. Oder genauer, sie wurden schon gegessen. In Bayern. An der Autobahn. Ja, also.

Die Erbseneintopf-Verschwörung Der Bindestrich stammt aus dem Originaltitel. Sonst wüde das Wort Erbseneintopfverschwörung heißen und ist für den Boulevard (sprich: Bulle war) nicht verständlich sein.

Also jedenfalls bin ich ja auch für eine plurale Parteienlandschaft, bis Parteien überflüssig sind. Und das die Fünf-Prozent-Hüde als Lehre aus Weimar was taugt, wie meinen westdeutschen Brüdern und Schwestern inner Schule einetrichtert wurde … isch weeiss nisch.  Aber Pauli IV wird an den Wahlen nu nicht mehr teilnehmen können.

Da wird sich Sankta Pauli was anderes einfallen lassen müssen.  Wie wäre es mit Urlaub? So auf´s Motorrad und dahin, wohin die Räder rollen wollen? Und innem Jahr wieder da sein, mit neuen Ideen, ´nem neuen Konzept? Also mal frisch erhohlt?

Eine derzeit in Namibia lebende Freundin schrieb mir in einer Mail: „Eine Kollegin von mir hat von einem Typen gehoert, der behauptet dass spaetestens nach den Wahlen in Deutschland ein Buergekrieg ausbricht und dass jetzt schon jede Nacht in Berlin hunderte von Autos angezuendet werden.„

Das konnte ich natürlich so nicht unbeantwortet lassen. Ich war beunruhigt. Buergerkrieg? Deutschland? Sommerloch?

Als ehemaliger Schreiberling musste ich sofort im Hier und Jetzt sowie auf der Stelle genauere Rächerchen begehen. Nach lang vergebener Quellensuche fand ich schließlich Informationen zum kommenden Bürgerkrieg. Und zwar in meiner Antwortmail an die besagte Freundin in Namibia. Mit größter journalistischer Sorgenfalte wmusste ich daraus einen Artikel voller Insider fabrizieren.

Bürgerkrieg in Deutschland? Genau.

Die Piratenpartei gewinnt die Bundestagswahlen am 27. September auf Helgoland und fordert zunächst die Wiedervereinigung beider Inselteile. Im Anschluss soll eine Piratenexpedition zur Eroberung der Principality of Sealand und der EU vorbereitet werden.

Dazu kommt es jedoch zunächst nicht, denn nachdem am gleichen Tag die CSU hinter den sieben Bergen an der Sieben-Zwerge-Hürde gescheitert ist, treibt König Horst (Seehofer) die Rechtsabweichler seiner Partei in die Arme der Kuh Glucken Großfamilie, die Linksabweichler in die FDP. So gesäubert besetzt die CSU die lokalen Bundeswehreinrichtungen – oder waren es die eingerichteten Bundeswehrlokale? Bewaffnet und verbündet mit dem Österreichischen Bundesheer beginnt mit knapp 200jähriger Verspätung der bayerische Marsch auf Berlin. Bundeswehrangehörige, die sich dem anschließen, wird eine Berliner Weiße mit Schuss versprochen.

Die Bundesregierung will sich zunächst nach Bonn absetzen, wo noch Reste einer alten Komanndostruktur existieren, wird aber von einem Ostdeutschen Nationalaufstand, der in Brandenburg von Polen, in Mecklenburg von Schweden unterstützt wird, an der Flucht gehindert.

Doch halt, Rettung naht durch die Türken in Berlin, die in Ankara um Truppen zur humanitären Sicherung der eigenen Kultur bitten. Die türkischen Protektorate Ankaraspor Wedding und Halbmondberg werden gegründet. Bei der Gelegenheit stellen sich die Kurden in Berlin auf die Seite der Ossis. Die NVA/PKK wird gegründet, der Reichstag wird symbolisch nur wenige Meter von seiner Ostseite entfernt durch einen antifaschistischen Schutzwall verhüllt. Kunstkritiker weißen jede Vermutung auf eine bulgarisch/marokkanisch/französische Intervention (Christo und Jeanne-Claude) zurück.

Als der Wall nur Stunden später umkippt, beanspruchen mehrere Gruppen, darunter die USA, die Linkspartei, ein chinesischer Geheimdienst und der ANC den Fall der Mauer für sich. Historiker vermuten eher zu viel Sand im Mörtel – typisch DDR.

Im Ruhrgebiet bricht die Ruhr aus, auf Sizilien der Ätna und im Amsterdamer Zoo ein Entenküken.

In Köln („Werner, die Russen kommen“) gibt es Hamsterkäufe bis alle Zoohandlungen leer sind. In Amsterdam – als Reaktion auf den Ausbruch – sammeln sich die Großcousins aller im Zweiten Weltkrieg gestorbenen Cousins und fordern die Auflösung Deutschlands in Salzsäure (alternativ geht auch Nordseewasser). Die polnische Armee rückt zur Sicherung ihrer territorialen Integrität bis zur Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße vor.

Zum letzten Mal vereint gehen Westdeutsche (unter Parole „Ossis in den Ostseeurlaub“) und Ostdeutsche („Stasi raus“) gegen die erste gesamtostdeutsche Kanzlerin Angela Merkel vor und hängen sie kopfunter am Reparaturkran an der Spitze des Berliner Fernsehturms höher, während im Hamburger Hafen ein Sack Reis umfällt.

Ein Rumpfbundestag, bestehend aus fraktionslosen Abgeordneten im Keller des Roten Rathauses in Berlin Mitte, beschließt den letzten Artikel des Grundgesetzes und den Einsatz der Bundeswehr im Innern des Ratskellers.

Bundesinnenminister Schäuble wird daraufhin von der Stasi-Raus-Meute gefangen und an die Piratenpartei ausgeliefert.

Auf Grund eines katastrophalen Fehlers beim Versuch der chemischen Bewaffnung von holsteinischen Bundeswehrreservisten auf dem Weg nach Berlin, erliegen alle Soldaten (außer im Kosovo und in Afghanistan) der Schweinegrippe. Inoffiziell wird jedoch davon gesprochen, dass etwa 80 Prozent an einem Lachkrampf bzw. einer Alkoholvergiftung gestorben sind. Als Reaktion darauf versucht der Verteidigungsminister (CDU/West) einen Rücktritt, trifft jedoch nur das Schienbein des Verkehrsministers (SPD/Ost) und trägt damit die nationalen Zwistigkeiten endlich bis in allerhöchste (na ja zweithöchste – siehe Merkel am Fernsehturm) Regierungskreise.

Derweil gewinnt Energie Cottbus das DFB-Pokalendspiel gegen Bayern München, womit der Bürgerkrieg endlich den Charakter sozialer Unruhen annimmt.

Gysi, dessen wahre Identität als schottischer Geheimagent mit bürgerlichem Namen McGregory bekannt wird, sammelt seine schwäbischen Anhänger zu einem bewaffneten Kampf gegen die Oskar-Saar-Landwehr. Letztere war eigentlich aufgestellt worden, um einen Putsch der enttäuschten Linkenanhänger gegen die Regierungskoalition von Freier Union (Gabriele Pauli) und DIE GRAUEN (Helmut Josef Michael Kohl, Helmut Heinrich Waldemar Schmidt, Hans-Dietrich Genscher, sowie der gewaltsam von einer Terrorgruppe um Andrea Maria Nahles und Angela Marquardt – beide SPD – aus dem Foyer des Willy-Brandt-Hauses in Berlin entführte Plastik eines Gespenstes) im Saarland zu verhindern, nachdem O. Lafontaine – neuerdings auch „der Geysir“ genannt – zur Wahrung seiner sozialen Gerechtigkeit (oder sowas) und zum Schutz vor Fremdarbeitern in seiner Villa Ehrenmitglied, Fraktions-, Ortsgruppen-, Kreisgruppen-, Methylgruppen – (bei der damals noch nicht verboteten Wikipedia als ausgesprochen reaktionsträge bezeichnet) und Landesvorsitzender der selbstgegründeten Organisation „Heim ins Reich – Französisch ist die Saar“ geworden ist.

Um ein Abrutschen der Eurozone ins Mittelmeer (nach Nachterstedter Vorbild) zu verhindern, beschließen Frankreich, das Vereinigte Königsei, die USA und Russland schließlich die Vierteilung Deutschlands. Bei den anschließenden Vier+X-Verhandlungen=Zweites Potsdammer Ankommen, wird Bayern nach dem Muster Österreichs die immer währende Neutralität und eine ewiges Vereinigungsverbot mit Deutschland auferlegt. Hollands Cousinen sollen diesmal wirklich eine Straße in Deutschland bekommen und Polen wird westverschoben: es erhält die Insel Vilm und übergibt sich dafür auf drei bei Gdansk gesammelte Findlinge in der Ukraine.

Deutschland zerfällt jedoch entsprechend seiner Tradition in 128 Teilstaaten, wobei sich das Herzogtum Coburg als Freistaat und Räterepublik (unter stillschweigender Duldung der russischen Besatzungsmacht) wieder aus Bayern herauslöst und dem Thüringischen Zollverein beitritt.

Brandenburg wird die autonome Wojewodschaft Westpolen. Forderungen von Papst Innocent („Wir sind Deutschland“) nach der Wiedervereinigung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation sind unerhört und scheitern jahrelang am Limes.

Die Piraten reinitialisieren das Killerspiel „Zehn Meter ohne Kopf“, das von einem Team um Klaus Störtebecker entwickelt wurde, und errichten geheime Flottenstützpunkte beim Bundesamt für Verfassungsschutz, Merianstraße 100, 50765 Köln, in Lhasa, im Internet sowie auf den Malediven. In der Folge droht der Ausbruch des Dritten Weltfriedens.

Meine Kenntnisse der kyrillischen Schrift funzen noch. Heute spielt im Endspiel des Fußball-Uefa-Cups ein ukrainischer Verein, den sie in der deutschen Presse alle Schachtjor nennen.  Russisch wäre das auch richtig, also die lateinische Umschreibung des russischen Wortes.  Nur iss mir vorhin in der Presse das Logo des Vereins aufgefallen. Und da steht … jetzt wieder in lateinische Schrift übersetzt … Schachtar. Was das korrekte ukrainische Wort ist.

Andererseits entnehme ich dem deutschsprachigen Wikipedia-Artikel, dass der Verein traditonell unter der aus der Sowjetunion stammende russischen Sprechweise bekannt ist.  Im ukrainischen Wikipedia-Artikel ist dazu nichts gesagt, so dass ich mich frage warum für einen Verein aus dem Lamd A eine Name aus der Sprache B verwendet wird, obwohl wir uns im Land C befinden. Warum sagen sie dann in unserer Presse nicht einfach deutsch Bergarbeiter?

Na ja, bla laber sülz halt