Science


Also ich hab gehört, dass der Januarschlangegesang inzwischen veröffentlicht ist. Scheinbar spinnt die Software zum Versenden ein wenig. Hab von ein paar Leuten gehört, die das Ding nicht bekommen haben. Einer davon bin ich. Na ja. Jedenfalls kann ich jetzt meinen ersten Schlangengesangartikel seit langem veröffentlichen.

Ja und editiertes P.S. vor dem Artikel, der Code auf der Schlangesangseite, mit dem sich der Abokasten in Websites einfügen lassen soll, funzt scheinbar doch, nach mehreren Veruschen. Nur ist er nicht klein genug, um in Blogs eingebunden zu werden. Aber die waren auch noch nicht soooooooo in, als der Schlangengesang anfang. Mein Vorschlag: Zwei Größen anbieten.

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Die Venus von Saraisk?

Saraisk ist eine 24.000 Einwohner kleine russische Stadt. Etwa 135 Kilometer südöstlich Moskaus gelegen, fiel sie historisch bisher vor allem dadurch auf, dass sie immer wieder Schutzschild gegen militärische Angriffe auf die russische Hauptstadt war. In den letzten Jahren verbreitete die russische Fachpresse Meldungen über teilweise sensationelle archäologische Funde aus der Altsteinzeit. Tausende Artefakte: Werkzeuge, Waffen, Kultgegenstände. 

Anfang Dezember 2008 wurden der Öffentlichkeit ein weiterer Fund vorgestellt. Neben Mammutabbildungen auf Mammutknochen und einigen Kleinfunden, galten drei Objekte als  besonders rätselhaft. Einem kegelförmigen, spitzenlosen Artefakt aus Mammutelfenbein konnte bislang keiner Funktion zugeordnet werden. Nach Angaben der beteiligten WissenschaftlerInnen wurde noch nie ein vergleichbares Stück entdeckt. Daneben tauchten zwei so genannte Venusfigurinen auf. Die Funde stammen aus einem offenbar bewusst angelegten Hort, der mit Sand ausgekleidet war und vor Verwitterung durch einen Schulterblattknochen eines Mammuts geschützt wurde. Angelegt wurde er vor cirka 22.000 Jahren. 

Die Funde von Saraisk gehören in die sogenannte Kostenki-Avdeevo-Kultur, benannt nach zwei weiteren Fundorten, etwa 300 Kilometer südlich von Saraisk. Die Kostenki-Avdeevo-Kultur bildete sich vor etwa 26.000 Jahren heraus und endete vor cirka 21.000 Jahren. Als Vorläufer gilt die etwa 6.000 Jahre ältere Astenki-Sungir-Kultur. Das Ausdehnungsgebiet von Kostenki-Avdeevo ist nicht klar. Es umfasst den Raum südlich Moskaus und reicht möglicherweise bis in die heutige Ukraine hinein. 

Die beiden Venusfigurinen sind aus dem Elfenbein von Mammutstoßzähnen geschnitzt worden. Die kleinere, etwa 12 Zentimeter große Figur hinterlässt einen sehr unfertigen Eindruck. Lediglich der Kopf und die Gesamtform sind erkennbar. Die größere Figur ist etwa 17 Zentimeter hoch und trotz der Brüchigkeit des Materials sehr klar in ihren Konturen. So fällt z.B. auf, dass die Brust sehr viel kleiner ist, als beispielsweise bei der Venus von Willendorf. Bauch und Gesäß zeichnen sich klar ab. Während der Bauch vor allem aus seitlicher Perspektive heraussticht, tritt das Gesäß bei der Ansicht von vorn klar hervor. Die Beine laufen auch nicht spitz zusammen, sondern stellen die Venus als stehend dar. Die Arme scheinen auf dem Bauch zu ruhen. Jedoch ist das Material so stark angegriffen, dass sich genauere Aussagen zunächst verbieten. 

Die beiden Figuren reihen sich ein in Funde aus den russischen Orten Avdveevo nahe Kursk und Kostenki bei Voronesh. Während bei Avdeevo seit Mitte der vierziger Jahre Teile einer altsteinzeitlichen Siedlung augegraben wurden, darunter mehr als zehn Venusfigurinen, stellt Kostenki einen weitaus bedeutenderen Fundort dar. Die Funde von Kostenki stammen aus Zeiträumen von mehr als 30.000 Jahren und umfassen mehrere einander folgende Kulturepochen. 

Für die Kostenki-Avdeevo-Kultur fällt auf, dass die inzwischen mehr als 20 gefundenen Figurinen wenig stilisiert sind. Sehr real stellen sie die Körper unbekleideter Frauen dar. Dies obwohl zumindest außerhalb der Behausungen auf Grund der klimatischen Bedingungen Kleidung getragen worden sein muss und gefundene Schmuckgegenstände auch auf Kleidung hinweisen. Eine in Avdeevo gefundene Figurine  hat trotz des Verfalls des Elfenbeins noch erkennbare Gesichtszüge und Anzeichen einer komplexen Frisur. WissenschaftlerInnen gehen davon aus, dass keine der Statuetten wirklich junge Frauen abbildet. Der Zustand des Körpers kann sowohl auf mehrere Schwangerschaften als auch auf eine nicht optimale Ernährung hinweisen. Inwieweit dies jedoch mit auf die tatsächliche Situation der Frauen vor mehr als 20.000 hindeutet, bleibt Spekulation. 

Über die Funktion der Figurinen lässt sich nichts Gesichertes aussagen. Auch wenn die beiden jetzt in Saraisk gefundenen Darstellungen offenbar auf besondere Weise gesichert wurden, kann nicht gesagt werden, ob sie eine herausragende Stellung für die damalige Gesellschaft hatten. Da von einem Göttinnenkonzept, ähnlich z.B. der Antike oder der Postmoderne nicht ausgegangen werden kann, könnten die Figurinen vielleicht Ahninnen in einer Art schamanischem oder animistischen Weltbild darstellen, wenn sie denn überhaupt einen spirituellen Bedeutungsinhalt hatten. Auffällig ist, dass männliche Darstellungen in dieser Kultur weitaus seltener gefunden wurden und wenn dann nur in geritzter Form in Knochen oder Elfenbein. In der Regel handelt es sich dabei um stilisierte Darstellungen z.B. bei Jagdszenen. 

Die damalige Gesellschaft lebte in einer Steppenlandschaft am Rand des kontinentalen Eispanzers. Die Jahresdurchschnittstemperaturen dürften unter 0 Grad Celsius gelegen haben, klimatisch vergleichbar mit der heutigen nordrussischen Tundrenlandschaft. Dennoch war eine reichhaltige Fauna vorhanden. Während Mammuts, Nashörner. Bären und Hirsche die vielleicht größten jagdbaren Tiere darstellten, deuten Funde darauf hin, dass die Lebensgrundlage neben pflanzlichen Produkten eher das Fleisch von Polarfüchsen und Wölfen war, die vermutlich mit Fallen gefangen wurden. 

In den kurzen Sommern hoben die Menschen Hausgruben aus und überdachten sie. Auf diese Weise entstanden bis zu 1000 Quadratmeter große Siedlungen mit zehn bis 15 teilweise oder komplett unterirdischen Häusern. ArchäologInnen haben eine große Palette an Werkzeugen, Waffen und Schmuck gefunden. Verwendet wurden ausschließlich in der Natur gefundenen Materialien, wie Elfenbein, Knochen, Zähne und Feuerstein. Typisch sind einfache geritzte oder gebohrte Muster. aus Linien, Zacken und Winkeln, seltener auch Kreuzen und Pfeilen, die jedoch reichhaltig verwendet wurden. 

Alle großen Fundstätten der Kostenki-Avdeevo-Kultur sind bei weitem nicht vollständig erschlossen. Zudem dürften weitere Grabungsplätze dazukommen, die das Bild der Kultur vervollkommnen werden. Möglicherweise lässt sich eines Tages auch klären, wozu die Venusfigurinen eigentlich dienten.

Wenn ich Zeit finde, schreib ich das noch mal mal bildblogtauglich. Ich hab seit langem mal wieder für den Schlangengesang einen Artikel geschrieben. So recht passt er gar nicht, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass steinzeitliche Figurinen wenig bis gar nichts mit einem modernen Göttinnenverständnis zu tun haben. Aber gut. 

Gut 300 Kilomter südlich von Moskau sind mal wieder Venusfigurinen der Kostenki-Avdeevo-Kultur, wie sie in wirklich schlechter englischer Umschrift heißt, aufgetaucht. Mehr als 21.000 Jahre alt. Mit weiteren seltsamen Funden dazu. So weit, so gut. Bei der Recherche dazu bin ich auf besagten Artikel bei bild.de gestoßen. Nicht nur, dass sie ihren LeserInnen so falsch es ur geht die Steinzeit erklären. Nö, sie müssen auch noch den Fund der russichen Figuren an den Beginn der Steinzeit oder das, was bild.de dafür hält, verlegen, weil Steinzeit gleich Steinzeit. So kommt es dann, dass die Figurinen für bild.de zwei Millionne Jahre alt sind. Die läppischen eine Million neunhundertneunundsiebzigtausend Jahre dazwischen interessieren irgendwie nicht. Ich beschließe mal, in guter Bild!-Manier, die einundzwanzigtausend Jahre zwischen den Figurinen und der Gründung von BIld! existieren auch nicht, woraus wir schließen, dass bild.de in der Steinzeit entstanden ist, am bioevolutionären Überganz zu (so bild.de) Homo habilis und Homo ergaster. Wessen Vorfahren mögen die Bild-RedakteurInnen wohl gewesen sein?

Und aus der Sicht von so Steinzeitmenschen mag Moskau auch in Sibierien liegen. Wer mal kurz zwei Millionen Jahre verschiebt, kann eben auch über ein paar Tausend Kilometer locker hinwegsehen. Ich glaub, meine Vorfahren waren das nicht.

*Ironieaus*

P.S. Den Artikel werde ich auch hier verlinken. Aber erst, wenn er bei Schlangengesang online ist.

Es stimmt, Fieber hilft tatsächlich gegen Depressionen. Mensch merkt es nur vielleicht im Delirium nicht sofort aber die Wirkung scheint länger anzuhalten.

P.S. Es gibt sicher auch Tricks, Fieber künstlich zu erzeugen.

Das hier hab ich zwar nur indirekt über Google News gefunden. Aber trotzdem finde ich die Aufnahme spannend. Sowas macht dem ehemaligen Amateurastronom Spaß. SewebbTV

edit: Okay, der Direktlink geht nicht mehr. Die Seite, die jetzt angezeigt wird hat aber noch einen Link zum Video. Und zwar im Text, der kleine Kasten rechts. Dort auf  WEBB-TV: Himlen lyste upp klicken. Ich krieg das leider nicht direkt verlinkt.