ich werde u.a. dieses Blog hier ein wenig weiter führen. Seit 2010 ist ja immerhin einiges passiert und manches ist sogar besser geworden. Tja, ich bereite mich auf einen kleinen Qualitätssprung vor. Beruflich, ja echt beruflich. Unglaublich oder? Na gut, mir hört hier eh niemand zu, deswegen muss ich solche Fragen gar nicht stellen.

Eigentlich wollte ich ja ganz was anderes auf diesem Account hier. Das werde ich dann jetzt mal durchziehen.

Bis demnächst .. ich geb´s ja zu, vielleicht.

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Ich sitze auf einer Art Balkon. Balkon ist schon fast untertrieben. Teile davon liegen jedenfalls unter freiem Himmel. Das nette an diesem Balkon ist u.a., dass hier uneingeschränkter, wenn auch gerade scheiß langsamer WLANZugang besteht. Weswegen ich mal live mit einem geborgten Netti von einem Luftangriff berichten muss, der gerade eben stattgefunden hat. Jetzt, in diesem Moment, da ich diese Zeilen schreibe

Er kam von enem Vogel, der in großer Höhe über mir schwebte, eine Art Schwalbe vermute ich. Damit ist zumindest gesagt, dass mich der Vogel nicht per Sturzflug angegriffen hat, sondern den Tisch, das Netti und meine Hand mit biologischen Waffen bombardiert hat. Vielen Dank.

Noch zu sagen wäre, dass dieser Balkon nicht etwa da ist, wo ich gewöhnlich wohne. Der Balkon befindet sich mitten in Venedig. Und wenn ich mich hier so umsehe, find ich direkt den Engel auf der Spitze des Kampanile auf den Piazza di San Marco. Der Blick aus dem Küchenfenster offenbart u.a. die Kuppel von Santa Maria de la Salute.

Für KennerInnen heißt das vor allem eines: Ich hab diesen Balkon nicht gemietet. Könnte ich mir grad gar nicht leisten. Unten gondeln die Gondeln, der Canal Grande ist ein paar Minuten zu Fuß.

Schon wieder. Diesmal wurde der Balkon von einem Schwarm Stare überflogen. Diese Stadt ist nicht nur sauteuer, man wird auch beschissen, von den Vögeln.Es ist nicht die einzige Widrigkeit dieser Tour. Aber eine, mit der ich nicht gerechnet habe.

Watt tut man nich alles, um mal wieder richtig aus dem Land der Deutschen zu kommen. Selbst der venezianische Campo de Tedesci ist ganz woanders.Wenn dann jetzt nicht nur mein Körper hier ankommen würde, sondern auch noch mein Kopp, könnte es dennoch ein akzeptabler Urlaub werden. Wir werden sehen.

Glücklicherweise sind hier die Spuren der FußballWM etwas weniger klar sichtbar. Keine Fahnen und so. Das liegt sicher an mehreren Gründen. Ganz banal: Die Republik Venedig nimmt auf Grund einer temporalen Verzerrung nicht an der WM teil. Die Begegnung Frankreich – Italien fand bereits kurz nach der Gruppenphase statt, auf dem Flughafen. Und wer in Venedig ist eigentlich ItalienerIn?

Wie dem auch sei, es wird hier früher dunkel und später hell. Den Ausgleich schafft eine krassere Photonenmenge während des Tages. Den Tropen näher, werde ich demnächst ins Bett gehen, sofern mir meine Tochter in selbigem Platz gelassen hat.

An Gauck gewandt, der oben auf der Ehrentribüne Platz genommen hat, sagt Wulff: „Bitte erzählen Sie auch weiterhin den Menschen vom Unrecht in der DDR.“ 

Manchmal führt Google-News zu den seltsamsten Blättern. Das da oben ist ein Wulff-Zitat, zittiert aus dem Hamburger Abendblatt. Auch wenn der Satz einigen Linken (also von den Linken) nicht gefallen haben soll, Recht hat Wulff.

Aber ich hab da noch eine Bitte. Herr Wulff, tun Sie das gleiche zum Thema Unrecht in der Bundesrepublik Deutschland.

Wir alle sollten etwas gelernt haben aus der sogenannten Pandemie der Schweinegrippe, auch H1N1.

Das könnte sein, dass politische Institutionen immer deutlicher und unverschämter zu Interessenvertretungen von Geldverdienern werden, was inzwischen auch auf die WHO zutrifft, die nu wiederum nicht der globale Ableger von HO oder MHO ist – blöder Ossiwitz, ich weiß.

Oder dass Krankheiten eben zwischen den Arten übertragen werden können. Also, dass Schweine so gut wie Truthäne oder Menschen sind.

Mein Mathelehrer hielt Dummheit … bei ihm hieß sie Blödheit … für eine Krankheit. Den Beweiß dafür erbrach(te) er des öffteren selbst. In seinem Fall nämlich trat Blödheit vor allem in der Sonderform des sich selbst mittels Alkohol tötenden Gehirns auf.  Wer jeden Mittwoch Morgen stockbesoffen Unterricht machen will, muss sich nicht wundern, wenn sich ein paar Jahre später seine früheren Schüler nicht über seinen früheren Tod wundern. So ist das.

Aber nicht nur Alkoholismus ist in gewisser Weise übertragbar, wenn auch anders als H1N1. Nein, Blödheit scheint es auch zu sein. Die WHO ist eindeutig eine menschliche Struktur und die Krankheiten der Menschen bilden sich in ihr ab. Im oben genannten Beispiel eben Blödheit, was nur ein weiterer Beweiß ist, dass Menschen krank, also blöd sein können. Diese Blödheit aber hat sich anscheinend auch auf andere Arten ausgedehnt. Und ich vermute, der Übertragungsweg war Blut.

So wie ungeschützter Verkehr sowas wie HIV übertragen kann, kann ungeschützter Genuss menschlichen Blutes durch Mücken Blödheit auf selbige übertragen.

Ich hatte neulich jedenfalls keine Probleme, meiner Tochter eine Mücke zu zeigen und zu erklären. Sie saß lange genug auf meinem Finger und stach zu. Aber Blödheit kann sich diese Mücke bei mir nicht zugezogen haben. Was die Erklärungen für meine Tochter dann doch etwas verkomplizierten. Blödheit muss sie vorher schon irgendwie abgekriegt haben. Jedenfalls bemühte sie sich geschlagene drei Minuten immer und immer wieder durch meinen Fingernagel zu stechen. Das Experiment ist dann von mir beendet worden … *

Da hab ich mir noch nichts gedacht. Eine blöde Mücke halt, die Natur ist eben vielfältig. Vielleicht hat sich eine Information in der Akasha-Chronik der Mücken verankert und führt nu zur Bioevolution in der Richtung, dass Mücken künftig kleine drehbare Hohlbohrer an ihren Rüsseln haben. Und ich hab das auch noch gefördert *tut mir Leid*

Aber ne, entweder sie sind wirklich krank oder die Götterse arbeiten derzeit verstärkt an den Konstruktionsplänen der Mücken. Heute haben wir nämlich eine weitere gefunden. Im Kühlschrank. Mit dem Rüssel feststeckend im … Käse.

Wohin das jetzt führen soll, weiß ich allerdings nicht. Ich kann nur sagen, der Käse hatte keine Beule, es juckte ihn nicht mal und die Andersartigkeit der Poren scheint die Mücken nicht mehr wegzulassen. Elohim, übernehmen Sie.

Ich übernehme jedenfalls keine weitergehende Verantwortung dafür. Der Käse war für mich! Blödes Vieh!

*Ich versichere, dass bei diesem Vorgang keine Tiere zu schaden kamen.

… von einer ruhigen WM in Berlin. Meine Hoffnungen diesbezüglich lagen auf einem Finale zwischen Nordkorea und Neusseland. Beide Fangruppen dürften in Berlin eher homöpathisch vertreten sein. Deswegen dachte ich, die Vuvuzelas würden schweigen, weil die Deutschen sauer, nein beleidigt sind.

Nu hat mich ein Bekanter neulich davon überzeugt, dass Nordkorea ein gewissen Risikopotential beinhaltet. Zwar durften sie ohne Grenzkontrollen in der gegnerischen Hälfte spielen, wie das Tor gegen Brasilien bewieß. (Offenbar ist Portugal dann doch zu sehr westlich.) Aber das eben könnte eine Reihe von Leuten zu gewissen Identifikationshandlungen mit Kim dem Reich der Kim-Dynastie bewegen.  Aus dem Argument heraus ließ ich mich dazu berreden, das alles noch mal zu überdenken und auf ein Finale Neusseland gegen Honduras zu hoffen.  Aber der Spielplan verrät, dass sie spätestens im Halbfinale einander begegnen würden.

Würden. Weil Honduras ist definit draußen. Immer hat NZ ja noch eine Chance. Aber gegen wen sollen sie jetzt spielen? Nz ist ein wirklich schönes Land, wovon ich mich in den 90ern selbst überzeugt habe. Und meine Gästin aus Namibia, ist NZ-Fan. Ich fürchte allein das macht die Homöopathie futsch. Die Dosis der Fans wäre einfach zu hoch. Vielleicht gilt was ähnliches sogar für Honduras.

So nu hab ich keine Idee mehr. Mein Erwatung, das England Weltmeister wird, iss ja wohl beim aktuellen Spielverhalten der Briten ad absurdum geführt. Also sollte ich es machen wie immer. Ein bisschen gucken, wenn es sich lohnen könnte und ansonsten ignorieren.

Petri heil oder wie das im Fußball heißt.

Würde BP in Berlin nach Erdöl gebohrt haben, sähe Ostdeutschland jetzt so aus. Ne, natürlich nicht, wegen Festland und Sicherheitsvorschriften.

Zur Erläuterung des Prinzips

Es ist vollbracht. Endlich und nach Jahren gibt es keinen Fleck mehr auf der Insel Usedom, den ich nicht gesehen hab. Mit Ausnahme eines kleinen Vogelschutzgebietes, das nicht betreten werden darf, nach meinem Eindruck des öfteren wohl trotzdem betreten wird – aber nicht von mir. Bin ja kein Schwein. Das Vogelschutzgebiet ist Teil des NSG Peenemünder Haken, Struck und Ruden.

Nach fast vier Jahren mal wieder ein paar Tage Trekking, na ja am Strand liegen und einen halben Tag lang eine etwas (!) schwierigere Route gehen. Ich bin unfit wie nie zuvor.  Echt. Nötig für die Tour war der Besuch einer inzwischen in Namibia lebenden Freundin in Deutschland und die Erinnerung an alte Ge(h)wohnheiten.

Der Peenemünder Haken, also eigentlich der ganze Nordwesten der Insel ist im letzten Jahrhundert kaum positiv in der Geschichte aufgefallen. Bis in die Dreißiger war er eine verträumte Ecke wie es viele im südlichen Ostseeraum gab. Irgendwann fiel einem deutschen Offizier auf, dass er dort Verwandte hatte, wie abgelegen das Gebiet scheinbar war und wie toll es doch zu nutzen wäre. Blöderweise war der Mann unter anderem damit beschäftigt, einen Platz für eine Heeresversuchsanstalt zu finden. Es ging um die Entwicklung von Nazis Wunderwaffen. Nordwestlich von Peenemünde fand der Abschuss des ersten Projektils statt, dass die juristische Grenze zum Weltraum überschritt. Auf Basis dieser Version der V2 entstanden die ersten sowjetischen und US-Trägerraketen. Wenn man weiß, wonach man gucken muss, kann man das auch optisch erkennen. Während die einen hier die Technik mitnahmen, haben die anderen das Personal abgezogen.

Wer einen Ort erleben will, der seit den frühen 90ern keinen Schritt vorwärts gemacht hat, kann sich Peenenmünde ansehen. Nicht mehr ganz DDR aber noch lange nicht im Westen angekommen. Also im Westen. Im westlichen System schon, wenn man darunter die blühenden Landschaften … bla laber. Was ich sagen wollte: neben dem Museum zum Thema V2 steh noch viel Originales aus dem Dritten Reich. Wenn auch runtergekommen. Für Geschichtsfreaks eine Reise wert, auf jeden Fall. Die sichtbaren Spuren beschränken sich bei weitem nicht auf die unmitelbare Umgebung. Bunkeranlagen in den Nachbarorten, Siedlungen, selbst das Schienennetz der Insel gehen zu nicht unwesentlichen Teilen eben auf diese Versuchsanstalt zurück.

Nach dem Dritten Reich gehörte der Flugplatz des Geländes zunächst der sowjetischen Armee, dann der DDR. Diese Vergangenheit macht dem Ort heute vermutlich die meisten Probleme. Inzwischen ist der Flugplatz ein Sonderflugplatz und noch in Betrieb. Das macht die Norwestpassage um den Peenemünder Haken etwas schwierig. Das und die Mücken und Zecken. Und die teilweise völlige Weglosigkeit der Gegend.

Aber schön ist der Peenenmünder Haken. Vögel über Vögel, seit Jahrzehnten völlig naturbelassene Landschaften mit älteren Eichenbeständen und sumpfigen Untergründen. Deutlich sichtbar sind auch die Spuren der Bombenangriffe auf Peenenmünde. Tiefe wassergefüllte Löcher, langezogene Gräben. Was auch lohnt ist der Blick auf die See Richtung Rügen. Ein wenig verstellt vieleicht von vielen Schiffen, auch Fischereischiffen und Plattformen.

Was nicht lohnt ist der Blick Richtung Greifswald. Da steht der Rest eines nicht mehr in Betrieb befindlichen Kernkraftwerkes rum. Wenn Zeit ist, lassen sich im Anschluss an die Nordwestpassage noch die vielen Museen in Peenemünde besichtigen, darunter ein altes sowjetisches U-Boot.  Mit ein bisschen Suchen findet man auch ene Tasse Kaffee. Und wer die Schnauze voll hat, fährt mit der UBB Richtung Zinnowitz wieder in Orte mit höheren sozialökonomischen Standarts.

Weg von den Zecken – hab grad noch eine gefunden – und leicht humpelnd – ich muss unbedingt wieder was tun für meine Fitness – auf dem Weg home. Vom letzten großen weißen Fleck meiner persönlichen Usedomkarte.

Ach ja, der einzige öffentlichen Internetzugang in Karlshagen – die Buchhandlung Junge in der Strandstraße – kostet wie schon vor zwei Jahren einen Euro pro Viertelstunde. Höhere sozialökonomische Standarts halt.